Nostalgie VI: Laibach
Laibach wurden 1980 in Slowenien, welches zu dem Zeitpunkt noch Teil von Jugoslawien war, gegründet und später zu einem Kunstprojekt namens “Neue slowenische Kunst” ausgebaut. Schon der Name war damals nicht regimekompatibel und auch das sonstige Auftreten der Band sorgte damals dafür, dass Laibach quasi nur als Untergrundband in Jugoslawien aktiv sein konnte.
In Deutschland fand die Band Anfang der 80er sehr schnell einen treuen Freundeskreis und auch ich habe Laibach zu der Zeit wirklich gerne gehört, da es damals was aufregend neues hatte: Eine Band aus dem sogenannten “Ostblock”, martialisches Auftreten, das Spiel mit einer Ästhetik, die viele Elemente der Bildsprache des Dritten Reiches hat und vor allem dieser Musikstil, der sich vieler Anleihen bedient und von Rock über Pop und Industrial alles durch den Wolf dreht und zu einer Einheit formt, die durch die absolut markante Stimme des Sängers einzigartig ist.
Wer einmal Laibach gehört hat, stellt schnell fest, dass eine Band wie Rammstein nichts weiter als eine (hier eigene Wertung einfügen
) Kopie von etwas ist, was es schon viel länger gibt…
Die komplette Diskussion über die Bildsprache der Bandvideos und auch die Texte möchte ich an dieser Stelle aber nicht aufgreifen und verweise diesbezüglich auf den meiner Ansicht nach sehr lesenswerten Wikipedia-Artikel über Laibach.
Die Band brillierte übrigens mit sehr überraschenden Coverversionen von bekannten Hits, so z.B. Opus’ ‘Life is Life’ oder ‘Geburt einer Nation’, was nichts anderes ist als eine konsequent überspitzt eingedeutschte Version von Queens ‘One Vision’…
Aber seht selbst:
YouTube – Laibach – geburt einer nation
YouTube – Laibach – life is life
YouTube – Laibach – Sympathy for the devil
Laibach sind auch heute noch aktiv, eines der neueren Werke ist “Tanz mit Laibach”, welches nicht ohne Grund entfernt an “Der Mussolini” von DAF erinnert; es sollte wohl ursprünglich eine echte Coverversion des Titels werden, allerdings gab es Schwierigkeiten mit den Rechteinhabern, so dass dies nicht realisiert werden konnte…
Tags: industrial, laibach, video

Am 9. Januar 2008 um 21:01 Uhr
Junge!
Was Du aber auch immer ausgräbst! Wobei “Tanz den Mussolini” von DAF doch meines Wissens sogar im Radio gespielt wurde. In den 80ern hatten die Sender (wir hatten zwar schon RTL-Radio, aber Radio war noch öffentlich-rechtlich!) nicht so große Berührungsängste mit “schwieriger” Musik. Heute wird ja “Format-Radio” gemacht. Da empfehle ich mal diesen interessanten Link: http://www.radioszene.de/formate.htm#kalkofe
Da sollten wir auch mal drüber schreiben – Hach, was man alles so im Kopf haben muss
Grüße
Reinhold
Am 9. Januar 2008 um 21:18 Uhr
Ja, damals konnte man tatsächlich noch Radio hören; etwas, was ich heute nach Möglichkeit vermeide. Und MEIN Musikgeschmack hat sich nicht wesentlich geändert, also muss sich wohl beim Radio was getan haben
Danke für den Link, das passt.
Aber ausgraben muss ich da eigentlich nichts, ich kenne das ja alles und habe die Musik auch heute noch hier… Gutes bleibt.
Am 18. Januar 2008 um 12:57 Uhr
Laibach. Darüber habe ich vor längerer Zeit auch specialmäßig gebloggt. Großartig einfach!
Ich bin bei Deutschlandradio stehen geblieben, wenn Radio. Aber Musik kann man in diesem Medium einfach komplett in die Tonne treten. Was als Radiosendung noch ziemlich gut war, wohl, waren die Grenzwellen von Ecki Stieg.
Ach, was bin ich immer zu Tanz mit Laibach abgestampft, 3 Schritte vor und 4 zurück.
PS: Leben heißt Leben auf deutsch von ich noch viel cooler.